Markus Hühn

2001 Graduation School of Playback Theatre N.Y

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 2003 Graduation School of Playback Theatre N.Y



Gruppen

1996-1998 PT Resonanz (Kassel) - Spieler


1996 bis heute Playback Theater eigenART (Kassel)- Gruppe mit geteilter Leitung / Conductor, Spieler und Musiker


2001-2011 Playback Theater Präsent Vlotho/ Leitung


seit 2008 PT PurPur (Kassel) Leitung Markus Hühn


seit 2009 PT Göttingen / Trainer


seit 2011 PT Kopf & Bauch (Kassel) - Zwei Personen Playback Theater, zusammen mit Eva Tuschhoff - auftrittsorientiert


seit 2013 PT WSH - Trainer




Links


Deutschsprachiges

Playback Theater Netzwerk e.V.


Centre for Playback Theatre



















Respekt - Spontaneität -  Erzählen - Zuhören - Bühne - Musik - Gemeinschaft - Kreatitivität - Vertrauen - Perspektivenwechsel -  Synergie - Interaktion - Spiel

Playback Theater

 

Was ist Playback Theater ?

Kurze Zusammenfassung


PLAYBACK THEATER ist ein einzigartiges Zusammenspiel zwischen Schauspielern und dem Publikum. Jemand erzählt eine Geschichte oder einen Moment aus seinem oder ihrem Leben und wählt Spielende für die unterschiedlichen Rollen. Sofort danach wird die Geschichte auf die Bühne gebracht, in einer eigenen Form und mit Respekt vor dem Erzähler und seiner Geschichte. Playbacktheater ist eine weltweit angewendete zeitgenössische Form des interaktiven Theaters, das sich mit den persönlichen Alltagserfahrungen Einzelner und Gruppen in ihren jeweiligen Lebenswelten auseinandersetzt.

 

PLAYBACK THEATER schafft einen sicheren Rahmen, in dem jede Geschichte, die erzählt wird – wie alltäglich, außergewöhnlich, verborgen oder schwierig sie sein mag – zu einem spontanen Theaterstück wird. Die Einzigartigkeit der Erzählenden und ihrer Geschichten wird gewahrt und bestärkt. Gleichzeitig verstärkt sich die Verbundenheit der Anwesenden untereinander durch das Teilen der gemeinsamen Geschichten und das Gefühl gehört und angenommen worden zu sein.

 

 

 

Playback Theater

 

Was ist Playback Theater ?

Ausführlicher Text

Playback Theater (PT) ist eine weltweit angewendete, zeitgenössische Form des interaktiven Theaters und ein einzigartiges Zusammenspiel zwischen Schauspielern und dem Publikum. Jemand erzählt eine Geschichte oder einen Moment aus seinem oder ihrem Leben und wählt Spielende für die unterschiedlichen Rollen. Sofort danach wird die Geschichte auf die Bühne gebracht, in einer eigenen Form und mit Respekt vor dem Erzähler und seiner Geschichte.

 

Seine rasche Verbreitung in der Welt ist Ausdruck seiner Aktualität und seiner potentiellen Kraft im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs. Playback Theater bietet Raum für Begegnung zwischen Individuen, Gruppen, deren persönlichen Alltagserfahrungen und ihren jeweiligen Lebenswelten. Damit greift Playback Theater auf alte Erzähltraditionen (`oral history`) zurück. Es fördert den Dialog, indem es Menschen miteinander verbindet und sie als mitgestaltende Subjekte ihrer Geschichte(n) bestätigt. Die zugrundeliegenden politischen und gesellschaftlichen Dimensionen werden darin erkennbar.

 

 

 

Auftrittsgestaltung

 

Zu einer PT-Aufführung gehört eine Schauspielgruppe), bestehend aus Spielenden, live Musik und Spielleitung. Als Requisiten dienen farbige Tücher. Das Publikum ist während der Vorstellung ebenfalls in einer aktiven Rolle: Ohne ‘Mitspielen’ des Publikums, also ohne daß die Anwesenden ihre Geschichten erzählen, findet keine Aufführung statt.

 

Das „Zurückspielen“ von persönlichen Gefühlen, Momenten und Geschichten des eigenen Lebens oder der aktuellen Befindlichkeit gibt dem Theater seinen Namen: PLAYBACK THEATER.

Neben der künstlerischen Umsetzung auf der Bühne ist die soziale Interaktion von Publikum und Darstellenden ein wichtiges Element des PT. Durch die Möglichkeit als Teilnehmender eigene Erlebnisse zu erzählen sowie Geschichten anderer zu hören, durch einen aus dem PT entstehenden Dialog und der Transformation auf der Bühne ermöglicht dieser kreative Kommunikationsprozeß eine heilende und gemeinschaftsstiftende Wirkung, welche die Grenzen zwischen Kunst, Psychologie, Politik und Pädagogik überschreitet.

Playback Theater wird in unterschiedlichen interkulturellen, sozialen, spiel- und theaterpädagogischen Kontexten erfolgreich eingesetzt.

 

 

Geschichte und Verbreitung

 

1975 wurde Playback Theater (PT) von Jonathan Fox (*1943) in New York entwickelt, der 2008 für seine Arbeit mit der Doktorehrenwürde der Universität Kassel ausgezeichnet wurde. Heute wird es auf allen Kontinenten mit Schwerpunkten in Nordamerika, Europa, Neuseeland, Australien und Japan ausgeübt. Im deutschsprachigen Raum existieren über 60 Gruppen. Seit 1990 existiert ein Internationales Playback Theater Netzwerk (IPTN), das die Kommunikation zwischen den Gruppen erleichtert und die Zeitung INTERPLAY herausgibt (www.playbacknet.org/iptn). In Deutschland ist das Playback-Theater-Netzwerk e.V. mit seiner Schule für Playback Theater seit 2006 aktiv.

Insgesamt betrachtet kann PT zu den Methoden der Humanistische Pädagogik gezählt werden. Für den Theaterbereich wären Stanislawsky, Grotowsky sowie die politischen Theaterformen von Brecht und Boal zu nennen.

 

 

 

 


Gesellschaftlicher Kontext

 

Beliebigkeit der Werte und Schnellebigkeit dominieren das globalisierte Medienzeitalter der Dienstleistungsgesellschaft. In Talkshows wird persönliche Geschichte als Medienspektakel vermarktet. Freiwillig konkurrieren eingeladene Gäste in den Sendungen durch sensationellen Seelenstriptease, um kurzzeitig individuelle Aufmerksamkeit zu erhalten. Eine Suche nach sozialer Bestätigung durch exhibitionistisches Präsentieren, welches dem passiven voyeuristischen Konsumieren auf der anderen Seite entgegenkommt. Menschen reden über sich aber nicht wirklich mit anderen. Und selbst die Empfindungen, der Genuß der Ware Unterhaltungsgeschichte, ist häufig bereits delegiert.


Es gibt eine Suche nach individueller Geschichte(n), die innerhalb der Entfremdung, Ziellosigkeit und Isolation bedeutungsstiftend wirken kann. Es wird nach eigener Identität und gemeinsamen Wurzeln gesucht. Ein Bedürfnis zu erzählen ist da – eines zu hören auch. Hinter jedem Schicksal steckt auch eine persönliche Geschichte. PT kann als gemeinschaftsstiftende, dialogfördernde Theaterform innerhalb der postmodernen Informationsgesellschaft verstanden werden.

 

 

 

Ziele

 

PT kann mehr als unterhalten. Über die Bühnenregeln, die strukturgebend eine wohlwollende Atmosphäre erzeugen, findet das Publikum (der Einzelne) die nötige Sicherheit um persönliche Geschichten zu erzählen. Wenn die Zuschauenden persönliche Geschichten erzählen und Darstellende jene spielen, entsteht ein gemeinschaftsbildender Prozess. Ähnliche Geschichten können angestoßen, Gemeinsamkeiten festgestellt, starke Gefühle ausgelöst und Mitgefühl entwickelt werden. Ein Stück Entfremdung der modernen Gesellschaft wird aufgehoben. Eine „kollektive Suche“ nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden kann beginnen, an der alle Anwesenden, Spieler sowie Zuschauer, teilhaben können. Die steigende Nachfrage nach Geschichte(n), um Zugang zu Geschichte und fremden Lebenswelten zu erhalten, zeigt sich bereits in Erzählcafes, Biographieforschung und Geschichtswerkstätten. Das Erzählen von Alltags-, Sozial-, Kultur- und Mentalitätsgeschichte(n) kann als Element erfolgreicher Vermittlungsstrategien gesehen werden: Schwierige Entscheidungssituationen, Zeitläufe sowie Wertorientierungen werden über die Geschichten vermittelt, Sachverhalte problematisiert und Lebensverhältnisse aufgezeigt, was sowohl Diskussionen anregt als auch Neugierde am Unbekannten weckt.


Jede interkulturelle Bildungsarbeit baut auf eigene oder mit anderen teilbare Erfahrungen auf. Über persönliche Betroffenheit lassen sich Inhalte vermitteln, und diese werden für die AdressatInnen versteh- sowie annehmbar.